Künftig sollen Sensoren Krankheiten wie Krebs am Geruch erkennen und Umweltgifte erschnüffeln. Im Gespräch mit Wissenschaftsjournalist Tim Schröder konnte ich erklären, wie weit die künstlichen Nasen bereits entwickelt sind und welche technischen Hürden es noch zu überwinden gilt. Und auch, warum wir selber den Begriff "künstliche Nase" oder "elektronische Nase" eher vermeiden und lieber von Gasmesstechnik oder - da wo es wirklich um Geruch geht - von Instrumentasl Odor Monitoring Systems - IOMS sprechen.
Foto: Iris Maurer
Im Gespräch haben wir es tatsächlich geschafft, den weiten Bogen zu spannen von den Grundlagen der Sensorik und den Unterschieden zu unserer Nase über bereits etablierte Anwendungen - speziell die Branderkennung in Kohlekraftwerken - bis zu zukünftigen. Das ist für einen Forscher natürlich immer das schönste: was wollen wir lösen? Woran arbeiten wir gerade? Auch die Lebensmittelanwendung kam zur Sprache, zu der es ja vor kurzem einen eigenen Podcast gab:
Parallel erschien in Bild der Wissenschaft, Ausgabe April 2026, ein ausführlicher Artikel von Tim Schröder über unsere Forschung unter der Überschrift
"Ein künstlicher Geruchsinn aus elektronischen Sensoren soll dabei helfen, verdorbene Lebensmittel aufzuspüren, Schadstoffe oder Drogen zu entdecken und Krankheiten in der Atemluft zu erschnüffeln."
Bereits etwas älter ist der Podcast "Digitale Nase: Wie Sensorik gute Innenraumluft steigert" aus der Reihe Technik aufs Ohr des VDI.
Macht immer wieder Spaß. ist aber kein Selbstzweck: wir hoffen, damit vor allem wissenschaftlichen Nachwuchs zu begeistern, denn nur mit motivierten Studierenden und Doktorand*innen können wir unsere Visionen in die Realität bringen. Aktuell haben wir wieder Stellen ausgeschrieben!
Saarbrücken, Dezember 2025
Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Projektpartner, Mitglieder und Ehemalige des Lehrstuhls für Messtechnik,
wer kennt noch den Jingle des Pink Panther: Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Es hilft nichts, ein weiteres Jahr ist wie im Flug vergangen und erst im Rückblick merkt man so richtig, wie viel passiert ist. Manches hat auch in diesem Jahr wieder genervt (die Baustelle in A5.1 ist immer noch nicht ganz fertig, immerhin gibt es wieder funktionierende Toiletten), vieles lief mehr oder weniger routiniert und am Ende bleiben vor allem die Highlights im Gedächtnis: die Dissertationen und Studienabschlüsse, die Projektmeetings und Konferenzen, das Lehrstuhlgrillen und die Weihnachtsfeier mit Feuerzangenbowle.
Mir selbst besonders wichtig sind die kleinen Highlights: unsere wöchentliche Fleischkäse- und Backcamembert-Runde und die gemeinsamen Gänge in die Mensa. Schön ist nicht nur, dass sich diese Traditionen bereits so lange halten, sondern auch, dass dies Studierende motiviert, zu uns an den Lehrstuhl zu kommen und auch zu bleiben für die Abschlussarbeiten. Das zeigt mir, dass eine Hiwi-Tätigkeit am LMT nicht nur irgendein Job ist, sondern wertgeschätzt wird.
Zu diesem prima Klima tragen nicht nur diverse ECI und andere Luftqualitätssensoren bei 😉, sondern alle, die sich einbringen im Großen und Kleinen – bis zum selbstgemachten Senf zum Fleischkäse und allerlei Kuchen sowie Osterhasen und Nikoläusen auf den Schreibtischen.
Dabei muss ich selbst aufpassen, dass ich nicht – wie leider inzwischen viele meiner Kolleginnen und Kollegen – immer granteliger werde, weil gefühlt die Bürokratie immer schlimmer und das tägliche Arbeiten immer nerviger wird – es macht nach wie vor viel Spaß, vor allem mit dem tollen Team am Lehrstuhl und unseren Projektpartnern in nah und fern! Und die paar restlichen Jahre schaffe ich auch noch…
Andreas Schütze
Wir wünschen Ihnen und Euch frohe Feiertage sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2026!
Im fünften Buch der VDE-Kinderbuchreihe um Elena und ihre Mutter, die Elektroingenieurin ist, dreht sich alles um unsere Forschung zu Nachhaltigkeit durch Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Deren Geschmack, Geruch und Verderblichkeit und wie man erkennen kann, ob es über das „Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)“ hinaus noch verzehrt werden kann. Und Überraschung: Die Elektrotechnik kann dabei gute Dienste leisten.
Elena ist wie in den Geschichten zuvor die Hauptperson und geht mit großer Neugier dem menschlichen und dem elektronischen "Schnüffeln“ auf die Spur. Dabei wird sie von Ihrer Mama, die Elektroingenieurin ist, und dem „Schnüffel-Sensor-Team“ begleitet.
Auch an der Entstehung der vorherigen Bücher war Prof. Schütze als Mitglied des VDE-Teams beteiligt, aber auf dieses Buch sind wir besonders stolz, da es direkt unsere Forschung aufgreift: Basis des Buches ist unser aktuelles Forschungsprojekt SERENADE, in dem wir mit Partnern aus Deutschland, Spanien, Italien und Belgien erforschen, wie Mikrogassensoren bei der Bewertung von Lebensmitteln helfen können, um deren Verschwendung zu reduzieren und damit die Nachaltigkeit unserer Gesellschaft zuu steigern.
Pressemitteilung der Universität des Saarlandes zum Projekt
Beitrag im Aktuellen Bericht des SR (21.02.2024)
Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Projektpartner, Mitglieder und Ehemalige des Lehrstuhls für Messtechnik,
wenn man glaubt, in diesem Geschäft bereits alles erlebt zu haben, mischt sich die große Politik ein und zeigt, was es alles (nicht) gibt. Ende 2023 begannen für uns intensive Vorbereitungen für ein großes europäisches Projekt, das über das Eureka-Cluster Xecs eingereicht werden sollte. Trotz Koordination durch ein Großunternehmen mit professioneller Unterstützung beim EU-Projektmanagement haben wir viele Personenwochen und unzählige Online-Meetings in die Ausarbeitung der Skizze und – nach deren positiver Evaluierung – in die Erstellung des full proposal investiert. Das Ganze mit großem Erfolg, das Projekt wurde als bestes im Call geranked und wir haben uns über die kommende Förderung gefreut – es wäre das größte Einzelprojekt in der Geschichte des LMT gewesen. Dann kam der Herbst mit den zähen Haushaltsdebatten unserer inzwischen geplatzten Bundesregierung und plötzlich erreichte uns die Mitteilung, dass für den Xecs Call im deutschen Haushalt leider gar kein Geld verfügbar sei. Damit waren nicht nur die deutschen Partner raus, sondern in der Folge das ganze internationale Projekt mit namhaften Partnern aus Belgien, Tschechien, den Niederlanden und sogar Canada. Was lehrt uns das? Die Verlässlichkeit in der Forschungsförderung wird offenbar geringer, der hohe Einsatz in der Akquise von Projektmitteln wird offenbar als Selbstverständlichkeit abgetan, die Leidensfähigkeit der Forschenden war ja schon immer hoch. Ich hoffe sehr, dass sich solches Agieren – national wie international – nicht rächt, Deutschland hat nicht nur als Wirtschafts-, sondern auch als Wissenschaftsstandort viel Renommée zu verlieren.
Einen Verlust ganz anderer Art, aber ähnlich einschneidend, stellt der Weggang von Tizian Schneider als Leiter der DESS-Gruppe dar. Der nachvollziehbare Frust über die beschränkten Erfolge in der industriellen Nutzung unserer anerkannt leistungsfähigen ML-Technologien führte – obwohl nicht von uns zu verantworten – zu seiner Neuorientierung. Viel Erfolg!
Wir wünschen Ihnen und Euch frohe Feiertage sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2025!
Der Bachelor-/Master-Studiengang Quantum Engineering wird gemeinsam getragen von den Fachrichtungen Physik und Systems Engineering und bietet eine breite Grundausbildung in Natur- UND Ingenieurwissenschaften. Mit dem Fokus auf Quantentechnologien der zweiten Generation ist er einzigartig in Deutschland. Neben der Faszination für die Quantenwelt bietet der Studiengang unentschlossenen Abiturient:innen aber auch Gelegenheit zu erproben, ob sie eher naturwissenschaftlich-erkenntnisorientiert oder ingenieurwissenschaftlich-lösungsorientiert arbeiten wollen oder gerade an der Schnittstelle beider Disziplinen den Transfer neuester Technologien von der Grundlagenforschung in die Anwendung begleiten möchten - die Berufsaussichten sind hervorragend und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.
In einem aktuellen Video stellt die Universität des Saarlandes den Studiengang vor und lässt Studierende sowie Dozenten zu Wort kommen.